Über die Zukunft, die Arbeit und zu viele Gedanken.

Ich bin nun also kurz vorm Ende meiner Ausbildung. Eigentlich sollte ich super happy und motiviert sein, denn nach meiner Ausbildung werde ich ziemlich wahrscheinlich übernommen, habe einen unbefristeten Vertrag und verdiene im Verhältnis eigentlich recht gut. Naja, wie sah der Plan für mich so aus? Erstmal ein wenig arbeiten, dann Kinder kriegen und dann wieder zurück in den sicheren Job. Alles lief super, alles schien perfekt.

Aber wars das schon?

Nun sitze ich hier und weiß einfach nicht, ob das wirklich der richtige Weg ist. So soll mein Leben also aussehen? Im Großraumbüro einer Behörde sitzen und den ganzen Tag irgendwelche Rechnungen und Anträge bearbeiten, während mir der Kopf platz, weil um mich herum so viele Leute reden?

Nein natürlich nicht…ich kann mich ja weiterbilden. Klingt gut – allerdings entsprechen die Fortbildungsmöglichkeiten die mein Arbeitgeber anbietet nicht ganz meinen Vorstellungen. Sie sind zwar wirklich gut, man verdient weiter voll und ist für die Schulungen freigestellt, also echt der Wahnsinn! Allerdings interessiert es mich fachlich einfach nicht. Mir ist das alles zu trocken – zu „behördenmäßig“. Aber was jetzt? Den sicheren Job aufgeben um was anderes machen? Wohl eher nicht, denn das ist leichter gesagt als getan und vielleicht auch ein wenig dumm? Nochmal studieren gehen? Leider nur, wenn mein Arbeitgeber mitspielt, denn die Wohnung muss ja irgendwie bezahlt werden. Oder vielleicht doch einfach die Zähne zusammenbeißen und weitermachen wie bisher, vielleicht entwickelt sich ja was Tolles daraus.

Ich weiß es einfach nicht!

Ich hoffe einfach, dass sich eine Möglichkeit findet, wie ich das machen kann, was ich mag und was mich interessiert und dabei weiterhin einen sicheren Arbeitsplatz habe um meinen Lebensunterhalt zu sichern. Ich bin so dankbar, dass ich diese Ausbildung machen durfte und so einen guten Arbeitgeber habe, aber reicht das? Mein Kopf steht einfach nicht still und kann nichts dagegen tun!

Ich denke diese Gedanken nennt man Zukunftsängste und jeder hat diese wohl irgendwann in seinem Leben, denn bei wem läuft denn wirklich immer alles optimal und nach Plan? Und wer hat schon wirklich ab der Schulzeit einen festen Plan? Ich wusste nie was ich machen will. „Irgendwas mit Menschen oder vielleicht was Kreatives?“. Ich hab dann das gemacht was gut klingt und vernünftig ist. Jetzt bin ich fast 23 und bin im Leben leider absolut nicht da, wo ich eigentlich sein wollte. Wobei ich ja ehrlich gesagt niemals wusste, wohin ich will.

Trotzdem haben mich meine verschiedenen Jobs, Praktika und die Ausbildung dort hin geführt wo ich heute bin und das ist gut so. Ich bereue nichts davon, denn ich habe so viel gelernt. Ich habe gelernt, wie froh ich sein kann überhaupt einen Job zu haben, gelernt wie es ist einen unsicheren, schlecht bezahlten Job zu haben, den man hasst. Gelernt, wie dankbar mein ist, wenn man einen tollen sicheren Bürojob ergattert. Ich habe gelernt mit verschiedenen Mensch und Stresssituationen umzugehen. Ich bin sicherer geworden, hab keine Angst mehr zu telefonieren oder Vorträge zu halten, denn glaube mir – da hat mich meine Ausbildung absolut abgehärtet. Ich war im Ausland und habe gelernt, wie glücklich wir uns hier in Deutschland fühlen können. Ich konnte mit 19 ausziehen und habe trotz Ausbildungsgehalt mit meinem Freund unser eigenes kleines Reich geschaffen. Ich konnte dadurch vielleicht noch nicht so viel von der Welt sehen, aber dafür ist ja noch Zeit.

Ich habe zu mir selbst gefunden – herausgefunden, wer ich wirklich bin, was mir wichtig ist und auf was ich scheiße! Ich habe gelernt, welche Menschen mich weitebringen und mich glücklich machen und welche ich aus meinem Leben streichen kann. Ich habe gelernt was ich beruflich nicht machen will und vielleicht eine Richtung gefunden, in die ich wirklich gehen will.

Wohin mich der weg führt weiß ich leider nicht. Ich weiß nur, dass man nie auslernt und nie stillstehen sollte. Ich will Neues lernen und Neues machen, aber trotzdem muss ich in machen Dingen einfach auf Nummer Sicher gehen. Wie sich das Ganze vereinbaren lässt weiß ich leider noch nicht, aber wenn es dir auch mal so ging, dann schreib mir doch gerne deine Tipps und Erfahrungen in die Kommentare, ich bin dankbar für jeden Tipp, den ich kriegen kann!

3 Gedanken zu „Über die Zukunft, die Arbeit und zu viele Gedanken.

  1. Hallo Lena,
    es ist Balsam für die Seele zu lesen, das andere auch solche „Probleme“ haben.
    Ich kann dir leider nicht wirklich weiterhelfen, aber ich bin gerade genau in der selben Situation wie du. Ich weis auch nie was ich machen will, habe damals eine Ausbildung gestartet zu der mir geraten wurde und scheinbar „sicher“ ist. Mein ganzes Leben möchte ich das allerdings auch nicht machen, zu wenig Geld und einfach nicht mein Ding. Hab dann eine Weiterbildung gemacht, die auf meinen Beruf aufbaut. Das war Rückblickend ein Fehler… es ist einfach noch öder und noch weniger mein Ding als Vorher. Aktuell überlege ich mir, unabhängig ob es „vernünftig“ wäre, was ich eigentlich will – und das ist die schwierigste Aufgabe der ich mir je gestellt habe!
    Vielleicht magst du dich ja mit mir austauschen, ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen!:)

    Liebe grüße, Julia

    1. Hallo Julia,

      Wow wie blöd… das ist echt so eine schwierige Situation… ich bin auch den ganzen Tag am überlegen was ich machen soll. Ich möchte vielleicht im Oktober studieren gehen und nebenbei normal weiter arbeiten. Bin mal gespannt ob das wirklich alles so klappt wie man sich das vorstellt.

      Liebe Grüße,
      Lena

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