Momlife

#Weltstillwoche – Unsere Stillgeschichte

Meine Tochter ist gerade fast vier Monate alt, deshalb wird unsere Stillbeziehung hoffentlich noch eine Weile gehen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass ich jetzt schon ein wenig mitsprechen kann, denn ich glaube das „Schlimmste“ haben wir schon hinter uns. Anlässlich der Weltstillwoche, dachte ich, ich erzähle Euch jetzt mal, wie das bei uns so war und was ich daraus gelernt habe.

Bereits in der Schwangerschaft habe ich versucht, so viel wie möglich über das Stillen zu lernen, denn bei vielen funktioniert es ja leider nicht und ich wollte unbedingt, dass es bei uns funktioniert. Trotzdem habe ich von Anfang an geschworen, dass ich mir da keinen Stress machen würde, denn wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht. Ich wurde auch nicht gestillt und es hat mir kein bisschen geschadet.

Und eins will ich hier zu Beginn noch klarstellen: Jede Mama soll es so handhaben, wie es für sie und ihr Kind am Besten passt. Das ist einfach ein sehr sensibles Thema und ich finde es schrecklich, wenn Mütter sich da gegenseitig reinreden und Anderen ein schlechtes Gefühl vermitteln wollen. Jede Mama hat das Recht zu entscheiden ob sie stillen will oder nicht und auch wenn man es gerne getan hätte, es aber einfach nicht funktioniert, dann ist es auch nicht schlimm! #coolmomsdontjudge

Aller Anfang ist schwer!

Unsere Stillbeziehung begann nur wenige Minuten nach der Geburt, als ich sie im Kreißsaal zum ersten Mal angelegt habe. Ich war noch absolut fertig von der Geburt und hatte keine Kraft sie so hinzulegen, wie ich es wollte. Also halfen mir mein Freund und die Hebamme, denn mir wurde ganz schnell bewusst, dass man sich zwar informieren kann, aber dann einfach trotzdem überhaupt nicht weiß, was man da tut.

Die kleine Maus suchte nach meiner Brust, konnte sie aber nicht gleich finden und als sie dann begann zu nuckeln dachte ich „Oh okay, so fühlt sich das an.“ Aber nein – als sie dann richtig angedockt hat bin ich wirklich erschrocken, denn ich hätte niemals gedacht mit wie viel Kraft ein Baby wirklich trinkt. So ein verrücktes und unbeschreibliches Gefühl!

Am ersten Tag war sie nur am Schlafen und wurde nur etwa alle 4-5 Stunden wach um zu trinken, aber die Krankenschwestern sagten mir, das wäre völlig normal denn die Babys brauchen in den ersten 24 wohl kaum Milch. Also haben wir den Tag mit viel kuscheln verbracht. Sobald sie hungrig war musste ich mir mein „Set-up“ aufbauen, damit sie richtig liegt, denn ich habe es echt nur in einer ganz bestimmten Position geschafft zu stillen. Es war so schwer sie anzulegen, denn wir wussten ja beide noch nicht, was wir da tun. Ich hatte zum Glück ein Stillkissen vom Krankenhaus zur Hilfe, sonst hätte ich das niemals geschafft, denn Stillen im Liegen ist bis heute nicht unsere Stärke.

In der zweiten Nacht kam ich dann zum ersten Mal wirklich an meine Grenzen! Sie wollte einfach stundenlang gestillt werden und sobald ich sie abdockte, begann sie zu weinen. Immer wieder wechselte ich die Seite, aber egal was ich gemacht habe, es hat nicht geholfen. Nach drei Stunden rief ich eine Krankenschwester, denn ich musste dringend zur Toilette, Emmis Windel war voll und sie sollte in der Nacht noch gewogen werden. Ich wusste mir garnicht mehr zu helfen, war total Ende. Als die Schwester kam stand ich nackig, nur mit meinem Netzhöschen im Zimmer und versuchte mein weinendes Baby zu beruhigen. Meine Brustwarzen brannten wie Feuer, meine Wunden taten noch total weh und ich hatte schrecklichen Muskelkater. Ich war den Tränen nah. Ich danke der Schwester heute noch, denn sie nahm die kleine Maus zum Wickeln mit, so dass ich endlich mal zur Toilette konnte. Als sie wieder zurück kam, schlug sie mir vor ihr eine Flasche zu machen, da sie absolut ausgerastet ist vor Hunger, obwohl sie schon seit Stunden an meiner Brust hing. Aber da meine Milch noch nicht wirklich da war, kam eben auch nichts und sie ließ sich nicht mehr beruhigen.

Schweren Herzens entschied ich ich für die Flasche. Ich hatte das Gefühl versagt zu haben und dachte, das wäre es nun gewesen mit dem Stillen. Sie trank nur ein kleines bisschen aus dem Fälschen und schlummerte dann total happy ein, schlief bis zum nächsten Morgen tief und fest, was uns beiden sehr gut getan hat. Als ich aufgewacht bin waren meine Brüste plötzlich groß und prall und ganz warm. Die ersten Anzeichen des Milcheinschusses!

Ich kann euch an dieser Stelle sagen, dass meine Sorge total unbegründet war, denn bis heute war das das einzige Mal, dass sie zugeflüstert wurde und ich würde es immer wieder genau so tun, denn ich könnte es nicht übers Herz bringen mein Kind vor Hunger schreien zu lassen!

Hallo Milcheinschuss, Hallo wunde Brustwarzen des Todes!

Tatsächlich empfand ich den Milcheinschuss als nicht so schlimm wie ich gedacht hätte. Klar, waren die Brüste ganz prall und es war nicht wirklich angenehm. Ich habe sie ab und zu gekühlt, weil sie echt super heiß waren und Kälte total gut tat aber sonst ging das bei mir wirklich klar. Ich war einfach nur froh, dass mein Baby endlich wirklich satt wurde.

Was aber für mich wirklich das aller Schlimmste im Wochenbett war, waren meine wunden Brustwarzen. In der zweiten Nacht im Krankenhaus begann es und es wurde einfach immer schlimmer und schlimmer. Das waren definitiv die schlimmsten Schmerzen meines Lebens, ja für mich sogar noch schlimmer als die Geburt. Ich hatte so eine Panik davor, dass die Kleine wach werden würde , denn es war einfach eine einzige Qual. Dazu kam, dass sie am Anfang so super lange getrunken hatte und es gefühlt niemals ein Ende hatte. Diese Schmerzen waren so heftig, dass ich bei jedem anlegen aufschreien mussten und mir die Tränen in die Augen stiegen.

Meine Hebamme gab mir dann ein Stillhütchen für den Notfall, falls ich es nicht mehr aushalten konnte. Allerdings habe ich mir da so einen Stress gemacht und hatte einfach Angst, etwas falsch zu machen, also habe ich es erst einmal nicht benutzt.

In dieser Nacht schlief sie super lange und als sie dann zum trinken wach wurde, waren meine Brüste so prall, dass ich dachte sie würden platzen. Leider fand sie das auch nicht so cool, denn sie konnte die Brustwarze einfach nicht fassen. 15 Minuten lang schrie sie, konnte nicht trinken und ich wusste mir nicht mehr zu helfen. Wir probierten alle möglichen Positionen aus, aber keine Chance. Dann viel mir das Stillhütchen ein. Mein Freund stand also auf, kochte es ab und es funktionierte zum Glück! Es war so ein Segen, denn das Hütchen nahm mir einiges von dem Schmerz. Also gönnte ich meinen Brustwarzen ab dann ein paar Tage Pause, in denen ich das Stillhütchen verwendete.

Leider wurde es immer wieder schlimmer, sobald ich die Hütchen weggelassen habe. Ich war kurz davor aufzuhören, denn ich hatte regelrecht Panik vor meinem Baby und das wollte ich nicht. Ich gab mir dann selbst noch Zeit, bis die ersten drei Wochen vorbei waren, um zu entscheiden wie es weiter gehen sollte.

Aber die Mühe hat sich gelohnt.

Es dauerte bei mir tatsächlich drei Wochen, bis es richtig funktioniert hat. Aber irgendwann wurde es täglich angenehmer und besser. Wir spielten uns immer besser ein, ich lernte was ich zu tun hatte und auch Emmi lernte richtig zu trinken. Denn Stillen ist ein Prozess und alle Beteiligten müssen es nun eben erst einmal lernen.
Mitteile stille ich immer und überall, ob in der Stadt, beim Ausflug mit der Trage oder vor Kurzem auch beim Notar. Sie ist mittlerweile richtig schnell und wir sind ein richtiges Team geworden.


Meine Lebensretter:

  • Ganz ganz viele Spucktücher! Emmi spuckt nach jeder Mahlzeit extrem und ich kann nicht genug Spucktücher haben. Sie liegen überall und müssen immer mit in die Tasche
  • Ein kleines Stillkissen für den Anfang! Gerade zu Beginn konnte ich ohne Unterstützung eines Kissens nicht stillen. Leider sind die großen Stillkissen super weich und lang und verrutschen immer, wenn das Baby darauf liegt. Deshalb war ein kleines, hartes Kissen für mich angenehmer.
  • Multi-Mam Kompressen zur Kühlung wunder Brustwarten!
  • Lanolinsreme zur Pflege wunder Brustwarzen.

Das habe ich gelernt

  1. Gib euch Zeit – Es dauert ein wenig, bis man sich an diese neue Situation gewöhnt und auch wenn es zu Beginn einfach nur schrecklich sein kann, gib dir und deinem Baby ein wenig Zeit.
  2. Suche dir Hilfe – Egal ob Hebamme, Stillberaterin oder vielleicht auch andere Mamas. Frage nach, suche dir Hilfe und warte damit nicht zu lange!
  3. Lass dir keine Angst machen und finde deinen eigenen Weg – Ich hatte so eine Angst etwas falsch zu machen. Überall hört man, was man auf keine Fall darf. Nicht zufüttern, keine Stillhütchen, keine Schnuller… Ich habe alles davon genutzt und es hat am Ende trotzdem geklappt. Finde deinen eigenen Weg, denn nur der ist für dich der Richtige.
  4. Wenn es nicht klappt, dann ist das auch okay! – Wie bereits gesagt, wurde auch ich niemals gestillt und ich habe weder Allergien noch sonst etwas davon geraten. Es hat mir nie geschadet und mittlerweile haben wir ja das große Glück, dass es tolle Babynahrung zu kaufen gibt.

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